Kategorie: Selbstmanagement

  • Die Forschungsfrage – die Hauptthese – der Fokus

    Die Forschungsfrage – die Hauptthese – der Fokus

    Immer wieder erlebe ich in Seminaren, dass Studierende sehr viel über ihr Thema wissen, sehr genau recherchieren, sich sehr viele Gedanken über Struktur und Literatur gemacht haben. Trotzdem kommt es vor, dass der Forschungsfokus nicht ganz klar ist. Das ist nicht ungewöhnlich, die Hauptthese begleitet uns schon bei der Themenfindunge. Sie bleibt uns aber auch bis zum Abschuss der Arbeit als Frage und Aufgabe „erhalten.“ Schreibend über die Forschungsfrage nachzudenken & dann in der Kleingruppe & im Plenum darüber zu diskutieren, bringt mehr Klarheit & öfters auch Aha-Erlebnisse!

    Diese Klarheit hilft bei der Literaturauswahl, bei der Struktur & schließlich auch beim Schreiben der Kapitel. Der Philosoph Hegel sagte: Das Bekannte ist noch nicht das Erkannte. Diese genaue Erkenntnis, was ist des „Pudels Kern“, die können wir uns gemeinsam im Seminar Frei geschrieben diskutierend und schreibend erarbeiten.

    (Markus M.)

  • Selbstreflexion

    Selbstreflexion

    Lesen – Schreiben – Lernen

    Viele unserer Gewohnheiten haben sich in der Schulzeit oder während des Studiums herauskristallisiert. Sich den eigenen Workflow vor Augen zu führen, kann eine wichtige Hilfestellung sein, um den eigenen Arbeitsstil zu überdenken. Ein paar Fragen als Anregung:

    • Wann ist meine beste Arbeitszeit?
    • Was lenkt mich immer wieder ab?
    • Was bestärkt mich, was motiviert mich?
    • Welche negativen Erfahrungen liegen mir immer noch im Nacken?
    • Welche positiven Erfahrung beflügelt mich bis heute?

    Der Austausch mit Kollegen und Kolleginnen über Arbeitsstile und Schreibstrategien ist oftmals sehr hilfreich. Denn, eigene Erfahrungen sind wichtig – fremde Erfahrungen sind wertvoll!

    Die kommenden 3 Wochen gleich ein „Reflexionstagebuch“ schreiben…..

  • Die nächste Krise kommt bestimmt!

    Die nächste Krise kommt bestimmt!

    Unser Hirn ist schlau, es zeigt uns unsere Welt, so wie sie uns gefällt. 🙂 Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

    „Heute und morgen schreiben ich Kapitel 4 fertig, nächste Woche werte ich dann die Daten vom Interview aus und in 8 Wochen beginne ich zu überarbeiten…“ so ungefähr kann ein Gedanke zur Schreibplanung aussehen. Diese Planung würde auch funktionieren, in einer „idealen Welt“. Aber! …da ist noch das Treffen mit der besten Freundin (ein bissi zu viel Aperol & zu wenig Schlaf), die Birkenpollen (müde, Nase rinnt, grantig), die kaputte Waschmaschine usw. Diese Verzögerer im Alltag sind bekannt, werden aber tendenziell in ihrer „schreibhemmenden Wirkung“ unterschätzt. Oft gar nicht in den Blick genommen wird meiner Meinung nach eine entscheidende Herausforderung beim wissenschaftlichen Schreiben: die Übergangsphase(n) die zwischen den verschiedenen Arbeitsschritten notwendig ist/sind. Einen Rohtext zu verfassen hat andere Anforderungen wie z. B. die Datenauswertung oder das Überarbeitung von Texten. Jede Phase hat einen eigenen Rhythmus, ist mehr oder weniger anstrengend, braucht eine andere Art und Weise des Arbeitens und Denkens usw. Der Arbeitsfluss gerät mitunter ins Stocken, die Krise ist da!

    Es kann in dieser Zeit ruhig 2 bis 3 Tage dauern, bis es wieder fließt und man genau weiß, was als nächstes getan werden muss, um wieder in den Flow zu kommen. Wird das berücksichtigt (im Zeitplan miteinberechnet), kann der mögliche Ärger darüber, dass „schon wieder nix weiter geht“, einer nüchternen Gelassenheit weichen!

    Markus Mersits

  • Ablenkung ohne Tiefgang !!

    Ablenkung ohne Tiefgang !!

    Intensive Schreibphasen sind Zeiten hoher geistiger Anforderungen und höchster Konzentration. Eine zentrale Frage im Schreibprozess ist folgende: was ist die geeignete Form der Zerstreuung, was lenkt mich ab und entspannt mich, macht mir Freude, baut mich auf, gibt mir Kraft?

    Soziale Kontakte sind natürlich wichtig und richtig, oftmalige Begleiter davon, Zigaretten, Kaffee, Alkohol eher kontraproduktiv. News aus aller Welt sind interessant, die zermürbenden Seiten davon, Krieg, Flucht, verrückte Politik usw. können sich emotional negativ auf uns auswirken. Ein paar Tage frei nehmen und sich erholen ist gut. Eine zu lange Pause bedeutet aber, sich wieder frisch Einarbeiten zu müssen, inklusive Anlaufschwierigkeiten.

    Auch abseits der Schreibarbeit vernünftige Inhalte zu konsumieren– z.B. Sachbücher lesen, Diskussionen anschauen – kann folgenden Effekt haben. Unser Hirn wird durch diese interessanten Inputs „besetzt“. Der „Arbeits- und Denkplatz“ den ich für meine Arbeit gut gebrauchen könnte, ist anderweitig beschäftigt.

    Daher noch mal die Fragen:

    • was lenkt mich ab,
    • entspannt mich,
    • macht mir Freude,
    • baut mich auf,
    • gibt mir Kraft?

    – ohne inhaltlich meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, um mich so emotional oder intellektuell am Schreiben zu hindern.

    Markus Mersits

  • Von Facebook, Fenster putzen und Fake News

    Von Facebook, Fenster putzen und Fake News

    Es ist schon interessant, wer die Streif am schnellsten runterbraust, wer die Australien Open gewonnen hat, wer Spitzenkandidat gewesen wäre, falls wir dann mal wieder fast gewählt hätten… und welcher Trumpel schon wieder irgendwo eine Mauer bauen will.

    Unser Dopaminspiegel steigt, wenn am Handy stetig neue News aufpingen und piepsen, um unsere Aufmerksamkeit einzufordern. Es beschäftigt uns, regt uns auf, macht uns mitunter Angst und ist Stoff für Smalltalk, um so manch peinliche Stille zu durchbrechen… „Schwarzenegger war beim Papst, Franziskus hat wohl Lust auf Äktschn….“.

    Willst du aber eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreiben, nachdenken, vorplanen & tief in eine Wissensmaterie vordringen, dann wär die wichtigste, wichtigste Diät folgende: sich der News-Maschinerie für ein paar Monate zu entziehen & die geistige Nahrung auf gehaltvolle Kost zu reduzieren!

    Ist die erste Zeit überstanden, steigt die Konzentration & die Unruhe, den „Tweet des Jahres zu versäumen“, wird abgelöst durch jene Unruhe, die der schmelzende Zeithorizont hin zum Abgabetermin auslöst.

    Ist diese innere Hürde und Zeit verschlingende Gewohnheit der „Newsmania“ der strukturierten Arbeit des Schreibens gewichen, steht einem erfolgreichen Abschluss des Studiums nichts mehr im Wege…. oder fast nichts mehr… – auf jeden Fall hilft´s!

    Markus Mersits

  • Nicht jedes Drama ist eine Tragödie

    Nicht jedes Drama ist eine Tragödie

    Wie sagt Mephisto zu Faust: „Allwissend bin ich nicht, doch viel ist mir bewusst!“

    Liebe Studentinnen, liebe Studenten!

    Ich behaupte: Ihr könnt und wisst oft viel mehr, als ihr euch eingestehen möchtet! Bewusst starrt ihr auf eure Inkompetenzen – unbewusst sind euch die vielen Kompetenzen, die euch die Evolution, die Schule, die Oma, die Flötenlehrerin, die Professorinnen usw. mitgegeben haben.

    Eine Anregung: macht euch eine Liste mit all den Büchern und Aufsätzen die ihr über euer Thema z.B. zur Masterthese gelesen habt! Sind es 5, 10, 15 oder gar mehr Quellen? Bravo, klopft euch auf die Schulter! Dann nehmt euch denjenigen Text zur Hand der gerade eine gewisse Anziehungskraft entwickelt. Um ihn nicht nochmal wirr nach Brauchbarem zu durchstöbern ist es sinnvoll, ein paar Gedanken in den „Suchfokus“ zu stecken. Was brauche ich jetzt genau vom Text, was suche ich im Text…? Findet man auf diese Frage eine Antwort, dann gleich ein paar Sätze dazu exzerpieren & ein, zwei Gedanken dazu niederschreiben. Jetzt fehlt nur noch die Quellenangabe & Voilá 🙂

    Ein neuer Absatz, ein Stück Rohtext wurde geboren!

    (Markus Mersits)

  • Schreiben heißt Überarbeiten

    Kennst du das? Du bist voller Ideen für deine Masterthese und setzt dich mit frischem Schwung zum Schreibtisch. Doch kaum hast du zwei Sätze geschrieben, bist du unzufrieden, beginnst zurück zu lesen und an diesen Sätzen herum zu feilen. Das Verb passt nicht, und dieser Satz klingt noch viel zu ähnlich wie das Originalzitat, das du mühselig in ein indirektes Zitat umgewandelt hast. Außerdem kannst du doch nicht schon wieder einen Satz mit „Laut Mayer (2012)…“ beginnen… Und schon ist es vorbei mit der Schreiblust.

    Stopp! Beim Schreiben ist beides wichtig – freies Schreiben und Überarbeiten.

    Schreiben ist Ausdruck eines fortschreitenden Denkprozesses. Beim Schreiben geht es nicht darum, etwas fertig Gedachtes niederzuschreiben, sondern schon mit den ersten Überlegungen zu schreiben zu beginnen. Publikationsfertige Texte werden nicht sofort produziert, vielmehr entstehen zuerst Rohtexte („first drafts“), die mehrfach überarbeitet werden. „Schreiben heißt überarbeiten“ ist eine Erkenntnis der Schreibdidaktik, die Schreibende sehr entlastet (Aschemann, 2007).

    Überarbeiten ist wichtig und notwendig, um aus einem mäßigen Rohtext einen wirklich guten Text zu machen, aber bitte beginn nicht zu früh damit, sonst überarbeitest du deinen zarten Rohtext zu Tode…Zu frühes Überarbeiten ist eine häufige Ursache für Schreibschwierigkeiten. Die gute Nachricht: Überarbeiten ist ein Handwerk, das erlernt werden kann!

    Achte daher darauf, die Phasen des freien Schreibens und Phasen des Überarbeitens zeitlich zu trennen, um dich nicht durch deinen eigenen Perfektionismus in den Schreibstillstand oder eine Schreibblockade hinein zu manövrieren. Du könntest z.B. am Vormittag eine Stunde frei schreiben und erst am Abend oder besser noch am nächsten Tag diesen Text kritisch überarbeiten.

    Erlaube dir, einen „shitty first draft“ zu schreiben – denn dieser erste Entwurf wird sowieso noch überarbeitet!

    Und wenn du grad am Zweifeln bist, ob dein Text jemals fertig wird:
    „The one characteristic that productive writers do hold in common is persistence, even when they are struggling with their work and with their own doubts about their ability“, sagt Steve Hjortshoj in „Understanding Writing Blocks“

    Mehr Tipps & Tricks bei Schreibblockaden gibst in Kerstin Hoffmanns Gratis-Ebook „Blogparade gegen Schreibblockade

    In diesem Sinne wünsch ich einen guten Start in die neue Schreibwoche 🙂
    Johanna Vedral

  • Write@Night!

    Komm zur  Schreibnacht write@night am Mi 4.Februar 2015, 20 – 22:00!

    Am Teaching Center Campus WU haben WU-Studierende eine ganze Nacht lang  die Möglichkeit, sich mit aktuellen wissenschaftlichen Schreibprojekten zu befassen und mehr darüber zu erfahren, wie man akademisch arbeitet und schreibt.

    Wir vom writers`studio unterstützen die Studierenden mit einem Gratis-Vortrag zum Thema Bachelorarbeit schreiben mit Schwung und Strategie und mit Gratis-Einzelcoachings.

    Johanna Vedral & Michaela Muschitz

  • 6 Tipps fürs Schreiben der Diplomarbeit aus verhaltenspsychologischer Sicht

    Schreiben ist eine Form von „verbal behavior“, sagt der US-amerikanische Verhaltens-Psychologe B.F. Skinner in seinem klassischen Vortrag für Studierende „How you discover what you have to say” (Skinner, 1981)
    Wie können wir unser Schreib-Verhalten effizienter gestalten? Wie sollte das Selbst-Management beim Schreiben der Diplomarbeit und anderen Schreibprojekten aussehen?

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  • Schreibblockaden bei der wissenschaftlichen Abschlussarbeit – was hilft?

    Viele Studierende bleiben beim Schreiben ihrer Diplomarbeiten und Masterthesen stecken und suchen sich deshalb professionelle Unterstützung. Meistens stellt sich im Coaching heraus, dass die Studierenden nicht unter Schreibblockaden oder gar Schreibangst leiden, sondern zu wenig über den Schreibprozess wissen. Oft wenden sie unpassende Schreibstrategien oder widersprüchliche starre Schreibregeln an, die sie nicht weiterführen. Falsche Ansprüche an das eigene Schreiben und eine perfektionistische Einstellung lassen das Schreiben stocken.

    Speziell im deutschsprachigen Raum herrscht noch immer der (blockierende) Mythos vom Schreibgenie: Entweder kann man schreiben oder nicht, alles eine Frage der Begabung. Oder doch nicht?

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